1950 Erster Einsatz

Der Tourismus in diesen Tagen war natürlich noch sehr unbedeutend, sodaß es kaum Unfälle gab.

Der erste Einsatz war im Jahr 1950 zu verzeichnen. Am 31. Jänner alarmierte Heinrich Dietl um 17.30 Uhr die Ortsstelle, daß sein Sohn und zwei Kameraden von einer Winterbesteigung der Roggalspitze noch nicht zurückge­kehrt waren.
Sieben Männer der Ortsstelle fuhren noch am gleichen Abend, um 18.30 Uhr, mit dem Zug nach Klösterle und stiegen mit Schiern zur Ravensburger Hütte auf. Die drei Burschen hatten zum Teil schwere Erfrierungen und konnten am nächsten Tag über das Stierloch nach Lech abtransportiert werden. Von dort wurden sie mit dem Rot-Kreuz-Auto nach Bludenz ins Spital gebracht.

Anschaffung neuer Rettungsgeräte

Der technische Fortschritt der Nachkriegszeit ging auch am Rettungswesen nicht vorbei. Es wurden bessere Rettungsgeräte entwickelt, damit für die Verletzten ein schnellerer und schonenderer Abtransport möglich wurde. Wie aus einem Ansuchen an die Stadt Bludenz aus dem Jahre 1950 zu ersehen ist, wurden in diesem Jahr mehrere neue Rettungsgeräte angeschafft, unter ande­rem ein Leichtmetallakja um S 850,-- und eine Einradtrage
um S 950,—. Selbstverständlich wurde der Umgang mit diesen neuen Geräten während vieler Übungen erprobt.

Gebirgstrage


Aber nicht nur Übun­gen, sondern auch private Bergtouren in allen Schwierigkeitsgraden trugen dazu bei, die jederzeitige Einsatzfähigkeit der Mannschaft zu gewährleisten.

Ein Blick in die Tourenbücher dieser jungen
Burschen zeigt Touren in den Westalpen, wie zum Beispiel das Matterhorn, aber auch Touren in den Bergen der näheren Umgebung. Besonders im Rhätikon waren diese jungen Rettungsmänner aktiv und eröffneten schwierigste Touren. So wurden zum Beispiel an der Sulzfluh die direkte SW-Wand und die unmittelbare SW-Wand, an der Drusenfluh die Südwand im Winter und die Nordwand des großen Drusenturmes zum erstenmal von diesen jungen Bergrettungsmännern durchstiegen.