Im Jahre 1951 wurde der damalige Ortsstellenleiter Sepp Pletzer auch als Landesleiter-Stellvertreter des Österr. Bergrettungsdienstes gewählt. Diese Funktion hatte er einige Jahre inne.
 
Erstes Fahrzeug
Im Jahre 1953 erhielt die Ortsstelle auch ein erstes Fahrzeug, einen Allrad-Schwimmwagen, der in den kommenden Jahren wertvolle Hilfe leistete. Für die Anschaffung dieses Autos dürfte wohl eher der Allradantrieb ausschlaggebend gewesen sein und weniger die Schwimmfähigkeit.
 
Die Katastrophe von Blons ...
Im Katastrophenwinter des Jahres 1954 konnten die Männer der Ortsstelle Bludenz im Klostertal, Montafon und vor allem im Großen Walsertal wertvolle Hilfe leisten.
 
Um sich ein Bild vom Dauereinsatz im Lawinengebiet zu machen - hier ein Ausschnitt aus dem Jahresbericht der Ortsstelle Bludenz an die Landesleitung vom 12.11.1954:
 
Montag, 11.1.1954
Wecken um 23.30 Uhr durch
Bezirkshauptmann Dr. Längle nach Bartholomäberg/Lutt.
Laut Bericht kehrte die Gendarmerie wegen Lawinengefahr um.
 
Schruns, am Dienstag, 12.4.1954
um 4.00 Uhr sofort nach Straßenfreimachung Aufstieg nach Bartholomäberg-Lutt mit 3 Schrunser Bergrettungskollegen und einem Einheimischen. Bergung von Frau B. geb. 1922, lebend. Erste Hilfe und Abtransport nach St. Anton. Rückkehr der Männer nach Bludenz um ca. 22.00 Uhr. 22 1/2 Einsatzstunden je Mann. Eingesetzte Männer: Bader Helmut, Berktold Werner, Blacha Richard, Brunold Wilfried, Vonbun Walter, Bürkle Hugo
 
Dienstag, 12.1.1954
10.00 Uhr ab nach Dalaas, von dort abkommandiert nach Blons.
Rückkehr nach Bludenz um 20.00 Uhr.
10 Stunden Einsatz - Burtscher Kurt als Helfer
 
12.00 Uhr nach Blons, Kurierdienst
Hubschrauber auf Grund des Auftrages von Landesleiter Keller über Bezirkshauptmannschaft Bludenz angefordert Rückkehr: Donnerstag, 1 Uhr nachts. 37 Einsatzstunden -Pietzer Sepp
 
Mittwoch, 13.1.1954
8.00 Uhr: zusätzliche Bergrettungs­männer werden nach Blons gerufen
Aufnahme der Verbindung mit der Einsatzleitung in Ludesch - Major Koppe. Bergungen in der Parzelle Esch (1 Person lebend, mehrere Tote), Übernahme von Verletztentransporten von Parzelle Esch zum Hubschrauberlandeplatz. Rückkehr nach Bludenz, am Donnerstag morgen 1 Uhr.
17 Einsatzstunden je Mann - Bader Helmut, Berktold Werner, Blacha Richard, Brunold Wilfried, Burtscher Kurt, Bürkle Hugo.
 
Donnerstag, 14.1.1954
12.00 Uhr bis Freitag, 18 Uhr in Einsatzleitung Ludesch für neuen Gruppeneinsatz, 30 Einsatzstunden - Hugo Bürkle
 
Ab 18.00 Uhr von Ludesch im Auftrag des Bezirkshauptmannes
Gruppenführung der neu eintreffenden Rettungsmannschaften zu übernehmen. 4 Mann Gruppe Blacha stößt nach Blons zur Wegerkundung für den Einsatz weiterer Rettungsmann­schaften vor (extreme Lawinengefahr).
1 Mann - Berktold Werner - fungiert als Dolmetscher am Landeplatz für amerikanische Helfer.
Rückkehr am Freitag um 16.00 Uhr. 22 Einsatzstunden - Bader Helmut, Berktold Werner, Blacha Richard, Brunold Wilfried, Burtscher Kurt.
 
Freitag, 15.1.1954
Aus Wien zurückgekommen um
6.30 Uhr übernimmt Dworzak Roland
die Führung einer Privathelfergruppe
ins Einsatzgebiet.
9 1/2 Einsatzstunden - Dworzak Roland
 
(In dem Buch, das die ungeheure Lawinenkatastrophe beschreibt, ist in erschreckenden Zahlen festgehalten, was damals u.a. in Blons geschah: „ Vor den Lawinen vom 1. Januar 1954 gab es in Blons 76 Haushalte. Die 367 Einwohner leben in 90 Häusern. 115 Menschen - fast jeder dritte im Dorf - waren von der Falv-oder der Montcalv-Lawine verschüttet worden. 33 konnten sich selbst befreien, 31 wurden mehr oder minder schwer verletzt ausgegraben. 47 wurden tot ausgegraben - zumindest hielten die Retter sie für tot - und kamen auf den Leichenhaufen im Schuppen
hinler der Krone. Acht erlagen später ihren Verletzungen. Zwei werden noch immer vermißt. 29 Häuser wurden völlig zerstört...")