Flugrettungswesen in Vorarlberg
 
Das eigentliche Flugrettungswesen in Vorarlberg wurde offiziell aber erst 1974 anlässlich eines Einsatzfluges zur Lindauer Hütte mit dem Hubschrauber des Bundesministeriums für Inneres aus der Taufe gehoben.
 
Es galt, einen Urlauber, der einen Herzinfarkt erlitten hatte, so schnell wie möglich ins nächste Krankenhaus zu transportieren.
Damals erfolgte erstmals eine Zwischenlandung in Bludenz, um den Arzt Dr. Mischitz aufzunehmen. Anschließend an den für den Patienten lebensrettenden Rückflug wurden dem Leiter der Flugeinsatzstelle Hohenems, Gruppeninspektor Landl und Dr. Mischitz klar, dass zu einer funktionierenden Flugrettung neben der eingesetzten modernen Technik auch unbedingt die notwendige ärztliche Versorgung und Betreuung notwendig ist.
 
In zahlreichen Besprechungen auf höchster Ebene mit dem Bundes­ministerium für Inneres und des Bergrettungsdienstes war es dann Mitte des Jahres 1974 soweit. Über die Presse waren am 2. August 1974 folgende Schlagzeilen zu lesen:

„Hubschrauber des Innenministeriums: Mit Rettungskoffer ausgestattet, Rettungsabteilung bemüht sich darum, Einsatzflüge mit Ärzten zu fliegen."

Am 18. August 74: „Therapie am Unfallort - Schnelle Hilfe für Verletzte"

und am 21. August 74: „Alpineinsätze: Perfekte Organisation. Bei jedem Rettungsflug ist nun ein Arzt an Bord des Hubschraubers."

Ebenfalls noch im Jahre 1974 erfolgte auf Einladung der schweizerischen Flugrettungswacht REGA die Teilnahme am internationalen Helikopter-Bergungssymposium.

Das nötige Know-how holte sich damals Dr. Mischitz bei der Flugrettung Innsbruck (Doz. Dr. Flora) und vom Bundesheer-Oberstleutnant Dr. Jenny.
Die Alpinflugretter der Gendarmerie absolvierten damals ihre Ausbildung mit der im Land zur Verfügung stehenden Maschine des Innenministeriums in Hohenems.
Die Flugretter der Bergrettung erhielten die Ausbildung beim Bundesheer.
 
Die Durchführung der ersten Taubergung erfolgte bereits 1975 durch Alpingendarm und Bergrettungsmitglied Engelbert Morscher.
Die erste Kaperbergung am Bergetau führte Gobber Peter als Flugretter der Bergrettung durch.
 
Sowohl Engelbert Morscher als auch der spätere Bergrettungsflugreferent Gobber Peter erwarben sich in den folgenden Jahren große Verdienste in der Weiterentwicklung des gemeinsamen Ausbildungswesens und dem Einsatz neuer Rettungstechniken und Gerätschaften.
 
Einsatz von Funkgeräten
 
Auch die Ausrüstung der Bergrettung Bludenz/Bürs wurde laufend ver­bessert und ergänzt. Eine ganz wesentli­che Erleichterung für die Mannschaft brachte der Einsatz von Funkgeräten.
 
Im Jahre 1974 wandte sich die Ortsstelle mit einer Sammelaktion an die Bevölkerung von Bludenz und Umgebung. Durch das große Verständnis, die tatkräftige Unterstützung der Bevölkerung auch der umliegenden Gemeinden konnten zwei Funkgeräte angeschafft werden. Ein weiteres Funkgerät stellte die Landesleitung des Österr. Bergrettungs­dienstes zur Verfügung.
Durch den Einsatz des Hubschraubers hat sich die Tätigkeit der Bergrettung etwas gewandelt. Großeinsätze, Suchaktionen und vor allem Einsätze bei schlechtem Wetter gehören nun zum Hauptaufgabengebiet.
 
Gerade bei diesen Einsätzen sind Funkgeräte unerläßlich, um die Einsatzgruppen, die oft sehr weit vonein­ander operieren, zu erreichen und zu koordinieren. Wenn man bedenkt, daß ein Funkgerät damals bereits den stolzen Betrag von S 25.000,— kostete,
kann man ermessen, welch großes Verständnis die öffentliche Hand und die Bevölkerung aufgebracht hat. Da die Bergungsmethoden und Rettungsgeräte dauernd verbessert wurden, entstanden dem Österr. Bergrettungsdienst und seinen Mitgliedern ein immer größerer finanzieller Aufwand.
Die Kosten für modernes Bergungsgerät erreichten schon in den 70er-Jahren schwindelerregende Höhen.